Patrons éditorials
Manchmal muss man eben eine Vision von dem haben, was es kulinarisch noch nicht gegeben hat. Hans Horberth unternimmt diesen Versuch. Sein Buch „kulinarische Kontraste“ eröffnet eine Küche für den Kopf. Das praktische Gaumenspiel der Gegensätze gönnt man sich am besten in seinem Restaurant „La Vision“.
Es kommt selten vor, dass sich das Leben mit einem Bissen verändert. Ein Menü kann da schon eher für eine schlagartige Veränderung sorgen. Bill Buford, Literaturkritiker des renommierten „New Yorker“, trifft unvermittelt der kulinarische Schlag, als er im angesagten „Babbo“, einem italienischen Restaurant in Manhattan, speist.
Der Snob hat mit gutem Geschmack genau so wenig zu tun, wie das Essbesteck mit der Qualität der Speise. Kaum ein literarisches Werk zielt treffsicherer auf die eingebildete Urteilskraft des Menschen als William Makepeace Thackerays „Buch der Snobs“.
Lebte William Makepeace Thackeray noch unter uns, hätten wir längst verstanden, dass Investmentbanker und Börsenspekulanten Snobs sind.
Die Volksweisheit spricht davon, dass ein Essen mit Liebe gekocht sein muss, wenn es den Essern Freude bereiten soll. Für Freunde und Familie kocht man mit Liebe, denn sie ist der ideelle Mehrwert einer gemeinsam genossenen Mahlzeit. Was aber, wenn sich andere Gefühle in die Zubereitung des Essens mischen?
Rose Edelstein lebt mit ihren Eltern und ihrem Bruder in Los Angeles.
Die UNESCO adelte 2010 die „Cuisine Française“ zum immateriellen Weltkulturerbe. Damit erwies sie nicht nur der Tradition des französischen Menüs eine große Ehre sondern auch dem Schriftsteller Honoré de Balzac. Erst mit seiner „Menschliche Komödie“ hielt das Essen Einzug in den französischen Roman. Und was, wenn nicht die Sprache, ist das Immaterielle an diesem Weltkulturerbe.
Das Buch von Sven Elverfeld dokumentiert nicht nur die kulinarischen Kompositionen des Meisters aus Wolfsburg, es zeigt neue Möglichkeiten auf: für Profi- und Hobbyköche sowie für begeisterungsfähige Leser.
Peter Richter folgt der Spur des Alkohols durch Kultur und Geschichte des Abendlandes: kurzweilig, pointiert und mit gehörig viel Prozent Hintersinn. Denn ein Bekenntnis zu Alkoholgenuss und Rausch verlangt heutzutage nach Komik, um ernst genommen zu werden.
„De gustibus non est disputandum“. Wer trotzdem über Geschmack streiten will, muss dem Diktum Wittgensteins folgen und Gründe für sein geschmackliches Urteil sammeln.
Als Laudator der Preisverleihung „Literarischer Wettbewerb“ der GAD stellte ich auf der Frankfurter Buchmesse 2008 die These auf, dass das Leben biologisch mit dem Wasser beginne, kulturell jedoch mit dem Feuer.
Patrons éditorials Dieter Müller
Herausgeber Dr. Nikolai Wojtko