Patrons éditorials

Frei von Nutzen und voller Sinn
Die Muße will nichts, um alles zu können. Sie ist – wie die Gastrosophie – im philosophischen Sinne interesselos, ist doch ihr Ziel, keines zu haben. Sie ist der Gegenentwurf zur nützlichen Geschäftigkeit und damit auch zur Arbeit, was allein einen großen Nutzen stiftet.
Die Ursprünge der Muße sind antik. So steht das lateinische „otium“ für die fruchtbare Beschäftigung mit Wissenschaft und Philosophie, sein verneinendes Gegenstück, das „negotium“, schlichtweg für Business.
Muße ist lehrreich und innovativ. Das griechische „σχολή“ umfasst neben der Muße noch die Bedeutungen von Studium, Schule, sogar Verzögerung und Langsamkeit. Somit ist die Muße die Mutter des Möglichkeitssinns und damit der Beginn der nach Wirklichkeit strebenden Kunst. Sie sucht bewusst die Leere und die Freiheit vom Zweck, um über alle Freiheit für Kreativität und Neues zu verfügen. In diesem Sinne ist sie auch essentielle Zutat eines jeden Rezepts und eine gastrosophische Tugend par excellence.
Die Muße ist jedoch kein Spaß, und verhält sich zum Vergnügen wie der Comedian zum Humor, als schierer Gegensatz. Darauf machte bereits Johann Gottfried Seume vor rund 200 Jahren aufmerksam. „Sich amüsieren heißt etymologisch: die Muße loswerden. Amüsement wäre also das Vergnügen für Plattköpfe.“

Richtiger Urlaub ist ein gewolltes Wagnis
Als Kinder haben wir nicht nur Forellen in der Nachbarschaft gefangen und Kräuter aus dem Garten hinter dem Haus geholt. Wir haben Pilze gesammelt und Honig geschleudert. Heute weiß ich, dass diese kulinarischen Kindheitserinnerungen von unschätzbarem Wert sind.

Auf dem Trend Forum Drinks der Anuga stellte Tartuffel in Zusammenarbeit mit dem Fachverlag confructa medien gastrosophische Gedanken zum Saft vor. Da das Thema nicht nur für Fachbesucher der Anuga von Interesse ist, stellen wir es hier vor.

Was bedeutet eigentlich Leben? Gleicht es dem Essen, das uns zeigt, wie mit einem mehr an Zeit auch die einfachsten Dinge des Lebens zum Genuss werden?
Ich bin gerade von einer Fahrt mit der MS Europa durch das Mittelmeer zurückgekehrt. Diese Reise war für mich wie ein Heimaterlebnis fern ab von zu Hause, denn seit langer Zeit liebe ich die mediterrane Küche. Ein persönlicher Reisebericht unseres Patron éditorial Dieter Müller.
Patrons éditorials Dieter Müller
Herausgeber Dr. Nikolai Wojtko