Stetig wiederkehrende Existenz – Wellen

Stetig wiederkehrende Existenz – Wellen | The wave © und Foto: Princessa / Quelle PHOTOCASE

Meer

Meere sind das Versprechen auf den Horizont

Salz und saftig

Kleiner geht es immer, wenn erst einmal das Meer im Zutatenschrank verstaut ist. Jenseits der Muße am Strand bilden die Ozeane ein unermessliches Reservoir an Eß- und Vorstellbarem. So fragt uns das Meer beständig, was wir wissen und was wir essen.

Über zwei Drittel der Oberfläche unseres Planeten bedeckt das Meer. Seine Tiefe übertrifft an Metern die Höhen des Himalaya, seine Weite vermag die größten Wüsten zu schlucken. Das Meer offeriert uns eine eigene Welt der Gerüche und Geschmäcker, von der wir Menschen wohl nur die wenigsten wahrnehmen.

Im Norddeutschen wie im Niederländischen wird unter einem Meer ein See verstanden und unter einem See ein Meer. Wir kennen die Nord- und Ostsee als auch das Ijssel- und das Steinhudermeer -  insofern verstehen wir gastrosophisch unter Meer die Seen gleich mit.

Einem alten Sprichwort gemäß beginnt das Leben dort, wo das Land endet. Genießt man Wellen und Brandung, atmet sprichwörtlich wie real erst einmal ganz tief durch und nimmt den salzigen Geschmack des Meeres in sich auf, dann verändert uns das. Die Laune bessert sich, die Gedanken werden unbefangener und greifen nach dem Horizont.

Aber die hohe wie tiefe See ist nicht bloß philosophisch animiertes Therapeutikum. Das Meer ist ein Lebenselexier. Es liefert uns lebenswichtiges jodhaltiges Meersalz und ein eigenes Universum an Nahrungsmitteln, die ganze Esskulturen definieren. Welche Landesküche kennt weder Algen noch Tang, weder Austern noch Muscheln, oder auch nur einen einzigen Speisefisch? Doch die Inspiration beginnt bereits beim Meereswasser.

Ein Italiener wird seine Pasta stets in Wasser zubereiten, das so viel Salz enthält wie das Meer: ein grundlegender Fingerzeig, welche Grundlage das Meer zur Zubereitung einfacher Köstlichkeiten bildet. Im Spanischen wird das eigentlich männliche „mar“ im Munde der Menschen, die an dessen Gestaden leben und von den Erträgen des Meeres leben, oft zum emotionaleren, weiblich „la mar“. Diese Zuneigung ist in den vielen Gerichten noch zu schmecken.

So liefert uns das Meer neben seinen gewohnten Spezialitäten auch ein Mehr.  Der Blick auf das Meer mit seinen immer wieder kehrenden Wellen, stets ein anderes Bild von sich und dem Horizont formend, mit dem es in der Ferne scheinbar eine endlose Verbindung eingeht. 

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