Eisenkraut Verbena

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Verbena

Eisenkraut und Zitronenverbene: Mythen berankt und Zitrusduft umschwebt

Verveine

Sie kann sich glücklich schätzen, die Verbena. Sie wurde nicht nur mit einem klangvollen Namen geadelt, sondern wird bis heute als Heilpflanze verehrt und verwendet.

Unterschieden wird sie in ihre Hauptakteure, das echte Eisenkraut sowie das duftende Zitroneneisenkraut. Kulturell und gastrosophisch sind beide mit Spannung zu betrachten.

Das Eisenkraut – ursprünglich in den gemäßigten und tropischen Gebieten beheimatet – ist eine invasive Pflanze. Bereits im Altertum gelangt sie als Kulturpflanze in die Nachbarschaft europäischer Kulturzentren. Nachweisbar sind die Pflanzen in der Nähe von Burgen und vor den Stadtmauern größerer Besiedelungen. Im antiken Griechenland wurde das Eisenkraut der Göttin der Morgenröte Eos zugeordnet, in Rom wurde der Altar des Jupiters gleich Bündelweise mit Eisenkraut ausgestattet.

In Wales trug das Eisenkraut gar den wunderschönen Namen Devil´s Bane – Teufelsbann. Kern dieser Verehrung ist ein ganz praktischer Nutzen: Das Eisenkraut gilt als hilfreiches Mittel  gegen Wunden von Eisenwaffen und wird daher nicht nur bei der Eisenverhüttung zugesetzt, sondern dient im wörtlichen Sinne seines Namens als Heilkraut - bis heute.

In der Auvergne stellt man aus dem Eisenkraut ein Schnaps, den Verveine de Velay , her. Beliebt sind auch Teesorten, die Eisenkraut enthalten, am bekanntesten darunter die Teemischung Verveine Menthe, wobei die Minze dem bitteren Eisenkraut Geschmack und Frische verleiht.

Der Zitronenstrauch oder Zitronenverbene stammt aus Südamerika und kommt erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts nach Europa. Schnell schätzt man sie auf Grund ihres angenehmen Zitrusduftes, weshalb das Kraut bei der Herstellung von Parfums gefragt ist. Die ätherischen Öle der Blätter  weisen eine hohe Konzentration von Zitral, einem Limonenduft, auf und so treten die Blätter des Strauches schnell ihren Siegeszug in den Küchen und auf den Speisetischen unseres Kontinents an. Aus den Blättern stellt man nicht nur Tee her, sie verfeinern Salate und den Zitronenkuchen und eigenen sich vorzüglich zur Abrundung von frisch zubereiteten Fisch. Bedingt durch ihre Inhaltsstoffe sind die Blätter nicht nur appetitanregend sondern auch verdauungsfördernd. Da die Zitronenverbene darüber hinaus auch gegen Nervosität und Schlafstörungen wirkt, kann man ein mit ihr gewürztes Essen in Ruhe genießen ohne Angst haben zu müssen, von einem vollen Magen um den Schlaf gebracht zu werden.

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