Piment stammt von einem immergrünen Baum, Pimenta dioica

Piment stammt von einem immergrünen Baum, Pimenta dioica | „AllspiceSeeds“; Quelle Wiki Commons

Piment

Wenn der Pfeffer auf Jamaika wächst

Reggae in der Küche

Bislang verbannt die deutsche Küche seine belebende Exotik in die Weihnachtsbäckerei. Doch Piment ist ein „Allspice“, das nur darauf wartet, uns auch in Fleischgerichten, Saucen und Marinaden in Stimmung zu bringen. Eine Zutat als Aufruf zum Ausprobieren.

 

Das schönste an nasskalten Tagen sind scharfe Gewürze. Ob zu Kakao, Hühnchen, Gemüse oder Steak: Piment zaubert wärmende Exotik auf den Teller. Dabei hebt seine Schärfe nicht nur den Würzgrad sondern vor allen Dingen die Stimmung. Piment entfaltet neben der Schärfe ein Aroma, das an Nelke, Zimt und Muskat erinnert. Kein Wunder also, dass es in England lange Zeit als Allroundgewürz eingesetzt wurde und bezeichnender Weise „Allspice“ genannt wird.

Piment stammt von einem immergrünen Baum, Pimenta dioica, der in tropischem Klima wächst. Die beerenähnliche Steinfrucht wird noch grün geerntet, da sie bei Vollreife ihr Aroma verliert. Das in ihnen enthaltene ätherische Öl Eugenol findet sich ebenfalls in der Nelke, daher auch die geschmackliche Verwandtschaft. Auf Jamaika – von hier stammen rund zwei Drittel der Welternte – erfreut sich das Gewürz allgegenwärtiger Beliebtheit. Piment ist ein fester Bestandteil der Jerk-Gerichte, aber auch vieler Rezepte auf Mango-Basis. Selbst die frischen Blätter der Pimentbäume verwenden die Jamaikaner zum Kochen und das aromatische Holz des Baumes verwenden sie zum Grillen.

Piment-Pfeffer

Die von Kolumbus für Europa entdeckte Pflanze, wurde schnell mit dem Zunamen Pfeffer bezeichnet. In vielen Sprachen hat sich dieses Suffix gehalten: Jamaikanischer Pfeffer, mexikanischer Pfeffer, Gewürzpfeffer, Nelkenpfeffer oder aromatischer Pfeffer. Im Polnischen, Jiddischen und Hebräischem wird Piment auch gerne als Englisches Gewürz bezeichnet, was der englischen Bezeichnung auf einer tieferen Ebene Wahrheit angedeihen lässt.

Hierzulande gilt es, Piment endlich jenseits der Weihnachtsbäckerei in der Küche zu etablieren. Erste Anleihen können aus der französischen Küche nehmen, die Piment in Lammgerichten – vollkommen unverzichtbar in der Merguez, der traditionell aus reinem Lammfleisch bestehenden Wurst – verwendet. Aber auch Soßen und Marinaden erhalten einen zusätzlichen Kick, wenn sie mit Piment gewürzt werden, Wild- und Kohlgerichte werden durch die Zugabe geschmacklich veredelt.

Und wem das noch zu wenig ist, der kann mit Piment ruhig einmal ganz kreolisch abfeiern und zum Reggae in der Küche einladen.

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