Stoi

Was passiert, wenn aus scheinbar alltäglichen Dingen besondere Momente entstehen? Sie bleiben – im Unterschied zu den gewohnten Eindrücken – lange in Erinnerung. Sicher, solche Momente sind so selten, dass man sie nicht planen kann, aber manches Mal denkt man doch über die Zutaten nach, die solche Momente hervorbringen. Liegt es an einer speziellen Landschaft, an einem schönen Ambiente, an einem guten Gastgeber, herausragenden Essen, oder einfach nur an der Herzlichkeit mit der man begrüßt wird?

Ausnahmeköche bei Ausnahmegastgebern

Um eine Antwort auf diese Fragen zu erhalten, lohnt ein Besuch des Stoi in der Schergengrub von Rattenberg im bayerischen Wald. Hier haben Stephanie und Ludwig Maurer mit Weitsicht und viel Sinn fürs Details ein Ambiente erschaffen, das nicht nur Tradition mit Moderne, sondern auch Technik und Handwerk miteinander zu verbinden versteht. Und vielleicht musste es dieser Ort in der Abgeschiedenheit des bayerischen Waldes sein, der seinen Besuchern neben der grandiosen Landschaft durch gelungene Veranstaltungen besondere Momente beschert.

Stoi - Verbindung von Vergangenheit und Zukunft

Der Stoi (Hochdeutsch: „Der Stall“) blickt auf eine mehr als 300 Jahre alte Geschichte zurück. 1906 wurde der alte Kuhstall zunächst von Ludwig Maurers Urgroßvater ausgebaut. In den vergangenen Jahren wurde der Stoi grundlegend renoviert, wobei der alte Gewölbekeller, der sich lange Zeit unter dem Kuhstall verbarg, freigelegt wurde. Seit 2016 beherbergen die alten Mauern einen imposanten Weinkeller. Das an den Wänden unverputzte alte Gemäuer liefert einen wunderbaren Kontrast zu den ansonsten modern gestalteten zwei Haupträumen: einer modern ausgestattet Küche und einen gradlinig konzipierten Gastraum. Im Nebenraum prunken die guten Fleischstücke in modernen Dry Agern ihrer geschmacklichen Vollkommenheit entgegen und der Gast ist sofort fasziniert von der gelungenen Mischung aus Tradition und Moderne, die er hier antrifft. Das Konzept basiert weder auf Zufall noch auf den sonst üblichen Marketingstrategien, denn es ist Ausdruck der über Jahre gewachsenen Überzeugung von Ludwig Maurer. Tradition kann man nur erhalten, wenn man sie mit modernen Methoden in der Gegenwart auf die Zukunft abgestimmt interpretiert. Und es ist dieser ganzheitliche Blick zurück nach vorne, der das gesamte Konzept des Stoi repräsentiert. Denn beim Stoi handelt es sich nicht um einen Veranstaltungsort, hier wird neben und für die Veranstaltungen nachhaltig gearbeitet. Denn Ludwig Maurer ist nicht nur Koch, sondern auch Metzger und zugleich Züchter von Bio Wagyu Rindern, die direkt nebenan auf der Weide grasen. Hier hat er Pionierarbeit geleistet, denn er war der erste, der den Versuch unternahm, Wagyu Rinder in Deutschland zu züchten. Zugleich dachte er darüber nach, wie er durch die Aufzucht der Rinder möglichst grandiose Ergebnisse erzielen könnte, eine Fragestellung die wegführt von reiner Effizienz und einen darüber nachdenken lässt, was die besten Bedingungen für die Rinder sein können. Wie lange lässt man die Rinder wachsen? Welches Futter ist das Beste für sie? Wie können sie sinnvoll Gewicht zulegen und wie kann man sie stressfrei schlachten? Schnell kommt man bei diesen Fragestellungen zu dem Punkt, erlernte Denkweisen über Bord werfen zu müssen, um zu sinnvollen Konzepten gelangen zu können. Und schnell wird hierbei ebenfalls klar, dass man Ganzheitlichkeit umfassender denken muss, als in Fragen von Schnelligkeit. Ganzheitlichkeit fängt bei einem persönlich an und setzt eigenes Denken voraus. Wie sonst könnte man für das, was man tut leidenschaftlich eintreten? Diese Gedankengänge bildeten die Grundlage für das was Stephanie und Ludwig Maurer erschaffen haben. Und auch wenn die Gäste nichts über die Geschichte des Stoi wissen, spüren sie eine besondere Atmosphäre, die sich spätestens durch die Herzlichkeit der Gastgeber überträgt.

Ausnahmeköche im Stoi

Gerne lädt Ludwig Maurer geschätzte Kollegen ins Stoi, um ihnen in diesem einzigartigen Ambiente die Gelegenheit zu bieten Ihr Können unter Beweis zu stellen. Vor allem bietet das Stoi kreativen Köchen, die kein Restaurant führen, die Möglichkeit das Publikum für einen ganzen Abend kochend zu begeistern. Dabei zeigt ein Blick auf die namhaften Köche, die sich im Stoi ein Stelldichein geben, welche Wertschätzung Ludwig Maurer unter seinen Kollegen genießt.

An heutigen Abend sind mit Veronique Witzigmann und Wolfgang Müller gleich zwei namhafte Experten im Stoi am Start. Veronique Witzigmann hat sich als Patissiere, aber auch als Expertin für Marmeladen und Konfitüren einen Namen gemacht. Dabei bestechen ihre Dessert-Kompositionen nicht nur durch ihre grazilen Formen, sondern vor allen Dingen durch Geschmack jenseits von süßen Elementen. Mit Wolfgang Müller verbindet Ludwig Maurer eine nun schon mehr als zwanzig Jahre währende Freundschaft und es spricht für beide Fleischexperten, deren Bücher mehrfach prämiert worden sind, dass sie immer noch voneinander lernen. Doch der heutige Abend soll den Besuchern nichts weniger als eine kulinarische Zeitreise präsentieren, denn das Menü des Abends besteht aus Klassikern der französischen Küche. Neben den grandios zubereiteten Amuse Geules warten nicht weniger als zehn Gänge auf die Gäste. Dabei merkt man den Gastgebern an, mit wie viel Umsicht und Freude sie die letzten Tage dazu genutzt haben, diesen Abend perfekt vorzubereiten. So sind nicht nur die einzelnen Gänge jeder für sich sensationell, sondern auch die eigens zum Menü ausgesuchten Weine, die in Abstimmung mit den Köchen ausgesucht und durch Tamer Yigit von Grapesfinest präsentiert werden.

Schon bei der Begrüßung in der Küche wandelt sich die Aufregung mancher Gäste in Vorfreude auf den bevorstehenden Abend, das Menü, die Weine und die Geschichten, über die man sich austauschen wird. Denn die Gastgeber haben vor allem auch Zeit, sich mit den Gästen zu unterhalten und man fühlt sich aufgenommen von der Freude der eingeladenen Köche und von der Gastfreundschaft der grandiosen Gastgeber Stephanie und Ludwig Maurer. So werden aus den Abenden im Stoi besondere Momente mit bleibender Erinnerung.

Hier gibt es weitere Informationen und Termine mit Ausnahmeköchen im Stoi.

Mehr auf Tartuffel

Unser Patron éditorial Dieter Müller eröffnete den Reigen, ihm folgte der Fotograf Andreas Thumm. Dieses Mal verrät uns Ludwig Maurer, was ihm Kochen, Essen und Gäste persönlich bedeuten, jenseits  des Stoi, oder mitten drin.

Der…

Wir alle vermeiden es normaler Weise sorgsam, darüber zu reden, oder gar darüber nachzudenken. Doch wir alle wissen, dass mit unserem Ernährungssystem so einiges falsch läuft. Quälende Massentierhaltung, Monokulturen und der Verlust von…

Moderne Küchen bestechen durch ihr Design und ihre glatten Oberflächen. Nichts soll den Blick des Betrachters ablenken. Werden Küchen dadurch unpersönlicher? Nur auf den ersten, oberflächlichen Blick. Denn in Wirklichkeit geben sie ihre…

Was ist „Einfachheit“ im Essen? Schon die Frage lässt stutzen. Denn es geht nicht um ein einfaches Essen, das im Handumdrehen zubereitet ist, sondern um Einfachheit als kulturelles und geschichtliches Phänomen, welches kulinarisch zum…

Franke und Weltbürger - Koch und Gastrosoph

Regionale Globalität

Geschmack haben wir alle. Sehen, riechen, tasten, fühlen, es sind alle Sinne, die den Geschmack beeinflussen. Geschmack ist mehr als subjektive Wahrnehmung. Und es ist verblüffend, dass wir ihn erst langsam in seiner Komplexität entdecken.…

Nach dem Krieg ist vor dem Krieg – so simpel lässt sich Arno Schmidts Zutrauen in die Zivilisation zusammenfassen. Welchen Wert das Essen in solchen Zeiten hat und welche Sehnsüchte es transportiert, hat die Themenreihe „Schlachtbankett“ in…

Früher gab es Folianten für notarielle Zwecke, heute die kulinarische Bibel von Yannick Alléno. Alle, denen der Name nichts sagt, oder die beim Preis zurückschrecken, sei ans Herz gelegt: Legen Sie sich dieses Buch zu, Sie werden es nicht…

Zum Osterfest gibt es bei Tartuffel einen Erlebnisbericht über Untote und eine lebendige Rettung aus misslicher Lage. Es geht um kostbare, rot schimmernde Tropfen und eine unerwartete Begegnung in einer Vollmondmacht. Unsere unheimliche…