Die Sieger des „Koch des Jahres“ Wettbewerb: Christian Sturm-Willms (Mitte), Christian Singer (links), Enrico Back (rechts)

Die Sieger des „Koch des Jahres“ Wettbewerb: Christian Sturm-Willms (Mitte), Christian Singer (links), Enrico Back (rechts) | © Koch des Jahres/ Melanie Bauer Photodesign

Koch des Jahres 2013

In einem spannenden und hochklassigen Finale setzte sich Christian Sturm-Willms, Küchenchef des Yu Sushi Restaurants (Kameha Grand) in Bonn gegen die sieben Finalisten durch und beeindruckte mit seinen Mitstreitern die hochkarätigen Jury unter Vorsitz von Sternekoch Dieter Müller.

Sterneträchtiger Nachwuchs auf der ANUGA in Köln

 

Der erst zum zweiten Mal ausgetragene Nachwuchswettbewerb „Koch des Jahres“ wartete mit einem spannenden Finale auf der ANUGA in Köln auf. Passend zur weltgrößten Lebensmittelmesse kürte die sternebesetzte Jury unter Vorsitz unseres Patron éditorials Dieter Müller den neuen „Koch des Jahres“. Nach dem Sieger erkochte sich Christian Singer, Küchenchef des Berliner Restaurants „Tim Raue“ den zweiten Platz. Den dritten Platz belegte Enrico Back, Sous Chef im Gourmetrestaurant „Friederich Franz“ in Heiligendamm.

Die Jury, unter anderem besetzt mit Thomas Bühner, Lea Linster und Sebastian Frank, „Koch des Jahres“ 2011, stellte das hohe Niveau aller Finalisten heraus. Insofern war es bemerkenswert, dass es in diesem Finale zwar Gewinner, jedoch keine Verlierer gab. Rundherum zufrieden zeigte sich Dieter Müller:

„Es war spannend, es hat Spaß gemacht und wir in der Jury haben genussvoll gegessen und sehr fachmännisch bewertet.“

Im Interview mit Moderatorin Martina Kömpel, die auch schon die Vorfinals mit viel Herzblut und Engagement begleitet hat, zeigte sich Müller beeindruckt von der Leistung der Jungköche:

„Klar, ich gehöre zu einer anderen Generation. Heute haben wir Köche, die in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts geboren sind, erlebt. Ich habe in den 70er Jahren in den Schweizer Stuben Wertheim das sogenannte Küchenwunder eingeleitet. Jetzt bin ich froh, dass wir hier auf eine Generation blicken können, die sehr vielversprechend ist. Ein Wettbewerb wie der ,Koch des Jahres‘ ist eine ausgezeichnete Gelegenheit für junge Köche, sich dem interessierten Fachpublikum zu zeigen. Das sollten die Küchenchefs unterstützen, denn der Nachwuchs braucht genau so eine Förderung und die Erfahrung solcher Wettbewerbe. Aller Respekt für Sebastian Frank, der den letzten Wettbewerb gewonnen hat. Und für ihn ist es ein schöner Erfolg, nicht nur in der Jury gesessen, sondern ebenfalls einen würdigen Nachfolger erhalten zu haben.“

Angesprochen auf seine neue Rolle als Juror analysierte Sebastian Frank den qualitativen Unterschied der bisherigen beiden Auflagen des Wettbewerbs: „Dieses Jahr war es hier noch wesentlich anspruchsvoller als im letzten Finale. Die Teilnehmer haben allein mit dem Geschirr wesentlich attraktiver gearbeitet und das handwerkliche Können aller Finalisten ist große Klasse. Bei manchen Tellern, die heute fabriziert wurden, denkt man, dass da ein 15-köpfiges Team gearbeitet haben muss. Man konnte wirklich nicht erkennen, dass hier tatsächlich nur zwei Personen im Team arbeiteten und die mussten ja insgesamt 24 dieser Teller vorstellen.“

Auch Lea Linster zeigte sich im Unterschied zum letzten Finale von allen Finalisten beeindruckt. „Ein ganz großes Kompliment an alle Köche. Sie haben vier Gerichte jeweils in sechs Tellern zubereitet - und dabei musste unter erschwerten Messebedingungen gekocht werden. Handwerklich waren die Ergebnisse trotzdem wunderbar, sie haben uns in der Jury sehr inspiriert. Gewinner sind alle acht Teams, die hier im Finale teilgenommen haben. Ich bin sehr stolz auf alles, was hier gezeigt wurde.“

Preise und Sieger 2013

Das Siegermenü von Christian Sturm-Willms bestand aus Olivenöl, Snowcrab & Bonito als Tapa, Königsmakrele und Ponzu in der Vorspeise, gefolgt von Reh und Ingwer-Teriyaki-Jus und einem Dessert aus Quitte und Schafsjoghurt. Der zweitplatzierte Christian Singer kreierte ein Menü aus Dorade Sashimi und Olivenöl als Tapa, gefolgt von Kaisergranat und Som-Tam-O, einem Hauptgang aus Reh und Kürbis und als Dessert Sesam und gesalzenes Karamell. Enrico Back, der den dritten Platz erlangte, präsentierte als Tapa Schweinebauch und Sardine, in der Vorspeise Gänseleber und Ingwer, einen Hauptgang aus Reh und Petersilienwurzel und Nougat sowie Passionsfrucht zum Dessert. Für das beste Tapas-Rezept mit Olivenölen aus Spanien wurde Fabio Winkelhofer, Sous Chef des Salzburger Restaurant Pfefferschiff, ausgezeichnet. Darüber hinaus wurden herausragende Leistungen in wichtigen Einzelaspekten honoriert:

Der Preis „Spirit of the Competition“ by Unilever für herausragende Fairness und Wettbewerbsfähigkeit ging an den Sous Chef des Landhaus Bacher in der Wachau, Tobias Wussler. Den Innovationspreis von Jobeline konnte sich der neue Koch des Jahres, Christian Sturm-Willms, für seine besondere technische Raffinesse sichern. Mit dem Dr. Schnell-Preis für hygienisches Kochen auf Spitzenniveau wurde der zweitplatzierte Christian Singer ausgezeichnet.

Der Duckstein-Preis für das Gericht, das am besten mit Bier harmoniert, wurde ebenfalls an Tobias Wussler verliehen. Auch mit dem Sonderpreis für das beste Sous-Vide-Rezept by Fusionchef wurde Christian Singer honoriert.

Perfektes Handwerk, weniger modische Einflüsse

Für Vizepräsident Sebastian Frank stand das Niveau der diesjährigen Finalisten daher fest. „Ich habe, glaube ich, noch nie so viel in meinen Leben probiert wie heute. Bei den Vorfinals konnte man einfach probieren, hier aber wollte ich wirklich weiter essen. Die Kandidaten haben heute eine Topleistung abgeliefert, meiner Meinung nach definitiv auf Sterneniveau.“

Die Finalteilnehmer hatten sich unter 414 Bewerbern für die Vorfinals qualifiziert. Im Unterschied zum letzten Wettbewerb machte Tartuffels Patron éditorial, Sternekoch Dieter Müller, folgende Unterschiede fest: „Der Trend geht weg von den Moden, weg von der Molekularküche. Wir merken wieder, dass das Augenmerk der Finalisten auf das Wesentliche gerichtet ist: es muss schmecken und der Gast möchte was auf dem Teller haben. Natürlich hat man heute viele Einflüsse aus dem Asiatischen. Das finde ich gut. Zumal jetzt auch viel mehr mit Gewürzen und Aromaten gearbeitet wird. Dabei entstehen spannende Geschmacksräume. Wenn man dann noch sieht, wie die Teller aussehen, schon für das Auge ein Genuss.“

Auf die Frage von Tartuffel, wie denn die Zusammenarbeit des ersten Preisträges mit dem Vorsitzenden Dieter Müller geklappt habe, erklärte Sebastian Frank: „Es war großartig. Er ist für mich eine Legende, aber gleichzeitig hat er die Ruhe, allen jungen Köchen zuzuhören. Ich bin sehr stolz, dass ich hier mit ihm zusammenarbeiten konnte, denn ich habe viel von seiner Erfahrung profitiert.“

Mehr als nur eine Überzeugung ist die Förderung des Kochnachwuchses Dieter Müller auch ein Herzensanliegen. Um so mehr freuen wir uns auf den Wettbewerb zum „Koch des Jahres 2015“.

Mehr auf Tartuffel

Charaktere: Amuse Bouche Schweizer Stuben
Charaktere: Amuse Bouche Nachwuchs
Köpfe: Dieter Müller

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