Der gute Rat.

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Ratschlag

Am Anfang aller kulinarischen Kultur steht der Ratschlag

Urszene der Gastrosophie


Der Ratschlag erhält seinen Namen im wahrsten Sinne des Wortes vom Rat Schlagen: nämlich dem Schlagen eines Kreises, der einerseits den Ort eines Zusammentreffens beschreibt – die Versammlung – als auch die Themen zusammenführt, die es zu besprechen gilt.

 

Allein so sind der Stadt-, der Gemeinde- oder Bundesrat zu verstehen. Doch die Wortgeschichte greift noch weiter. Ganz grundlegend hat der Rat mit dem Essen und seiner Zubereitung zu tun. Der Vorrat und der Hausrat führen dies vor Augen. „Rat“ bezeichnet ursprünglich die Dinge, die zum Lebensunterhalt notwendig sind, damit eben auch Nahrungsmittel. „Raten“ ist demnach ein nachdenkendes Bemühen um diese Dinge. Genauer: raten heißt sich etwas auszudenken, zu überlegen, um Vorsorge zu treffen. In der Fortsetzung ist das Raten das Bemühen, etwas besser zu machen, indem man darüber redet. Dabei markiert das Reden über das Essen und seine Zubereitung den Beginn des Kochens als Kulinaristik.

Aber der Ratschlag gewährleistet keine Gewissheit, er ist ein ergebnisoffenes Verfahren, etwas Neues zu lernen. Indem wir uns beratschlagen, führen wir das Reden über und das Zubereiten von Essen zusammen und stiften damit eine Urszene der Gastrosophie. Denn wie es beim Kochen um die Kommunikation am Herd und am Tisch geht, so geht es in der Gastrosophie darum, die sinnlichen Eindrücke in Kommunikation zu übersetzen. Am Anfang aller kulinarischen Kultur steht damit auch der Ratschlag.

Dabei hängt die Qualität der Ratschläge essentiell von der Zusammensetzung des Rates ab. So ist guter Rat nicht umsonst teuer, sowohl wenn wir uns um das Essen bemühen als auch, wenn wir mit uns selbst zu Rate gehen.

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