Heil- und Gewürzmittel – Knoblauch

Heil- und Gewürzmittel – Knoblauch | Quelle Wikipedia

Von Donovan Govan. commons.wikimedia.org/w/index.php

Knoblauch

Entgiftend und duftend antidämonial

Gewürz und Heilmittel

Als Klioban, das bedeutet „gespalten“, bezeichnete man den Knoblauch im Althochdeutschen und verwies damit auf das gespaltene, klauenförmige Aussehen seiner einzelnen Zehen. Bis heute wird der Knoblauch, in dessen Name die Gattungszugehörigkeit zum Lauch mitklingt, sowohl als Gewürz als auch als Heilpflanze verwendet.

 

Wenn auch mittlerweile alltäglich in deutschen Küchen im Einsatz, haftet dem Knoblauch immer noch etwas archaisches an. In Österreich wird er gerne als Vanille des armen Mannes tituliert, so könnte man auch als Piefke wissen, dass der dortige Vanillerostbraten, weniger nach Tahiti als vielmehr nach Balkan duftet. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Knoblauch ein vielseitiger und ein einfach Könner ist. Zu Butter auf Brot, zu Gambas in der Pfanne in Öl, zu Öl und Gewürzen als Aioli oder Rouille. Unverzichtbar für viele Dips und Saucen, aber auch als tragende Zutat einer Knoblauchsuppe. Schon der Geruch einer nicht geschälten halbierten Knoblauchknolle auf einem geölten Backblech im Ofen kann im Handumdrehen eine bis dahin entspannte Partygesellschaft in magenknurrende hungrige Hyänen verwandeln. Streicht man dann die braunen weichen Zehen auf gegrilltes Fleisch, geröstetes Brot oder gebratene Kartoffeln, gewinnt die Meute in Windeseile an Frohsinn und Lebenslust.

Schon die Pyramidenarbeiter streikten, wenn ihre tägliche Knoblauchration gekürzt werden sollte. Galt ihnen die Knolle doch als Energielieferant. Im Talmud wird der regelmäßige Verzehr von Knoblauch empfohlen, denn er sättige nicht nur den Körper, sondern stärke auch den Geist sowie die Manneskraft. Für die Menschen des Mittelalters war der Knoblauch Heilmittel gegen Bisswunden, Zahnschmerzen, Hautausschläge und Menstruationsstörungen.

Knoblauch galt ohnehin schon als entgiftend, so dass man ihn auch als hilfreiches Mittel gegen den schwarzen Tod, die Pest, ansah. Daher wurde neben dem Verzehr auch das Tragen von Knoblauch an einer Halskette empfohlen. Vielleicht entstammt daher der Glaube, er könne böse Geister und Vampire abhalten. Sehr wahrscheinlich, wenn man kurz zuvor in eine rohe Knoblauchknolle gebissen hatte. Der Knoblauchatem soll durch den Verzehr von Milch, besser aber noch durch glatte Petersilie besänftigt werden. Mittlerweile empfiehlt man aber auch den Verzehr vom fermentierten, schwarzen Knoblauch.

Mit mehr als 75 Prozent der Weltproduktion belegt China unangefochten den 1. Rang der Knoblauchproduzenten. Kein Wunder, gilt die Knolle den Asiaten doch als Aphrodisiakum.

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